Anleitung: Moodle Update auf die neue Version 2.1.2

Am 10. Oktober 2011 erschien die Moodle Version 2.1.2. Da 16 Sicherheitslücken in der neuen Version geschlossen wurden, sollten alle, die Moodle online bei einem Provider administrieren, umgehend ein Update machen.

Update: Wie erfolgen die einzelnen Schritte?

Im Folgenden beschreibe ich eine Variante, die sich nicht an die Profis wendet – die wissen, was zu tun ist -, sondern an Personen, die Moodle bei einem Provider betreiben und einen sogenannten Shared Hosting-Vertrag haben. Ich beschreibe die einzelnen Schritte für Personen, die mit dem Betriebssystem Windows arbeiten.

Was ist noch zu beachten?

Eine gute Methode ist es, zweigleisig zu fahren. Damit ist gemeint, neben der Moodle-Installation beim Provider eine Kopie derselben lokal auf dem eigenen Rechner zu verwalten. Dies erfolgt in der Regel über eine sogenannte Entwicklerumgebung wie z.B.  XAMPP oder Mamp. Gerade diejenigen, die in ihrer Moodle-Version zusätzlich noch Plugins eingebunden und Anpassungen an der Designvorlage vorgenommen haben, sollten erst einmal das Update auf der lokalen Installation ausprobieren und testen, ob alle Moodle-Funktionalitäten noch laufen.

Auf der deutschsprachigen Seite http://docs.moodle.org/20/de/Sicherung_der_Moodle-Site gibt es noch keine Bedienungsanleitung für die Version Moodle 2. Der Text auf der Seite http://docs.moodle.org/20/de/Aktualisierung_von_Moodle  kann zur Orientierung genommen werden.

Die einzelnen Update-Schritte

Drei Prozesse müssen Sie durchführen: Die Inhalte aus der Datenbank sichern, die Dateien der Moodle-Nutzer_innen kopieren und ihre Moodle-Version sichern.

Schritt 1: Verbindung zum MySQL-Server

Über Ihren Browser melden Sie sich online in Ihrem Verwaltungsbereich bei Ihrem Provider an. Im Navigationsmenü finden Sie einen Menüpunkt, der Datenbank bzw. MySQL oder ähnlich heißt – das ist von Provider zu Provider verschieden. Dort gibt es in der Regel einen Link auf die Verwaltungsoberfläche phpMyAdmin. Gegebenenfalls müssen Sie sich hier erneut anmelden (Tipp: erstellen Sie sich ein Dokument auf der Festplatte, wo sie die unterschiedlichen Logins mit den Zugangsdaten verwalten – das spart viel Arbeit bei der Suche!).

In der linken Spalte finden Sie den Namen der Datenbank von Moodle. Entweder haben Sie selbst den Datenbanknamen beim Provider gewählt oder von diesem einen Datenbanknamen zugeteilt bekommen. Markieren sie nun den Datenbanknamen von Moodle. Hinter dem Namen sehen Sie z.B. die Zahl (280). Das bedeutet, dass Sie nun 280 Datenbanktabellen sichern müssen. Das geht im rechten Fenster über die Registerkarte exportieren. Mit OK speichern Sie nun eine Datei, die die Dateiendung .sql erhält, auf Ihrer Festplatte ab. In dieser Datei befinden sich alle geschriebenen Informationen, die in Moodle über den Editor erstellt wurden.

Schritt 2: Verbindung zum FTP-Server ins Moodle-Datenverzeichnis

Neben den Textinformationen enthalten Ihre Moodle-Kurse auch Grafiken, eventuell zusätzlich noch Audio- und Videodateien, PDF-Dokumente, MindMaps usw. Diese sind nicht in der Datenbank enthalten, sondern in einem speziellen Ordner außerhalb des Moodle-Programmverzeichnisses. Dieser Ordner heißt moodledata.

Dieses Moodle-Datenverzeichnis kopieren Sie per FTP auf Ihre Festplatte. Sollten Sie dies zum ersten Mal machen, so benötigen Sie eine FTP-Software wie z.B. FileZilla. Diese können Sie kostenlos verwenden. Auch hier müssen Sie vor dem ersten Download die Zugangsdaten Ihres FTP-Servers eingeben. Die Daten erhalten Sie auch wieder aus dem Verwaltungsbereich Ihres Providers.

Schritt 3: Verbindung zum FTP-Server ins Moodle-Programmverzeichnis

Zusätzlich können Sie noch Ihre Moodle-Version kopieren, indem Sie den Moodle-Programmordner markieren und per FTP downloaden. Das ist aber in der Regel nicht notwendig, da das Moodle-Programm auch noch über die Adresse http://download.moodle.org/ erhältlich ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Programmdatei zu archivieren, die Sie auch beim Provider installiert haben. Neben der offiziellen Moodle-Archivdatei gibt es nämlich noch die wöchentlich geänderten +Versionen!

Haben Sie jedoch Anpassungen in den Moodle-Dateien vorgenommen, so sollten Sie auf alle Fälle die Ordner mit den geänderten Dateien sichern. Designänderungen im Theme z.B. finden Sie im Ordner theme.

Last but not least kopieren Sie sich die Konfigurationsdatei config.php aus dem Hauptverzeichnis. Diese Datei enthält alle wichtigen Programmeinstellungen.

Schritt 4: Systemvoraussetzungen prüfen

Sind Sie als Administrator_in in Moodle angemeldet, so können Sie dort im Block Einstellungen > Website-Administration > Server > Serverinformationen die notwendigen Informationen finden. Gerade bei Updates ändern sich die Anforderungen an PHP und MySQL. Die neue Version Moodle 2.1.2 braucht z.B. PHP 5.3.2 und MySQL 5.0.25. Schauen Sie online in Ihrem Verwaltungsbereich nach, welche Versionen bei Ihnen installiert sind. Liegen die Versionen bei Ihrem Provider darunter, so klären Sie als erstes, wie diese Aktualisierungen vorzunehmen sind. Erst danach starten Sie das Update.

Schritt 5: Moodle-Programmversion aktualisieren.

Zuerst laden Sie sich die aktuelle Version, z.B. Moodle 2.1.2+ herunter. Nun packen Sie dieses ZIP-Archiv aus. Bevor Sie das gesamte Programm hochladen, sollten Sie folgendes bedenken: bei Aktualisierungen von Moodle werden u.U. auch Ordner und Dateinamen geändert bzw. verschoben. Wenn Sie nun die neue Version über die alte Version kopieren (Dateien überschreiben), dann bleiben auch veraltete Datenbestände übrig, die eventuell Probleme bereiten können. Daher ist es sinnvoll, zuerst den vorhanden Moodle Programmordner online umzubenennen, z.B. moodle in moodle_alt, und dann einen neuen leeren Ordner auf den ursprünglichen Ordnernamen, z.B.moodle, anzulegen. In diesen Ordner laden Sie Ihre vorab lokal entpackten Ordner und Dateien per FTP-Upload hoch.Nach dem Upload müssen Sie noch die vorhandene config.php aus der Datensicherung in dieses Verzeichnis kopieren.

Jetzt kommt die eigentliche Aktualisierung: geben Sie in Ihrem Browser die Web-Adresse (URL) Ihrer Moodle-Instanz ein, gefolgt von einem Schrägstrich und dem Wort admin. Beispiel: http://www.IhreDomain.de/moodle/admin. Moodle erkennt nun automatisch, dass Sie eine neue Version hochgeladen haben und aktualisiert daraufhin die Datenbank. Wenn alles fehlerfrei läuft, können sie im Anschluss gleich mit Moodle arbeiten. Wenn nicht, dann können Sie im Online-Forum unter der Adresse http://moodle.org/mod/forum/view.php?id=949 Ihre Fehlermeldungen klären.

 

 

 

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